Erst HipHop, dann Reggae, dann Funk – musikalisch war Jan Delay in den letzten 15 Jahren genau so vielfältig wie mit seinen Wortspielereien. Eigentlich wollte er seiner Musik mit jedem Soloalbum eine neue Facette hinzufügen. Nach einer langen Zeit auf Tour mit "Mercedes Dance" merkte der Mann mit den hundert Pseudonymen aber: Wir – also seine Band Disko No.1 und er – haben unterwegs erst richtig gelernt, wie man Funk spielt. Also flog die alte Ansage wie ein Wahlversprechen nach der Wahl über Bord und der selbst ernannte Wortspielfetischist machte sich an ein zweites Funk-Album – und diesmal sollte es so richtig richtig werden.
Das dauerte, weil auch beim Schreiben und Aufnehmen die Ansprüche an sich selber stiegen. So wurde "Wir Kinder vom Bahnhof Soul" quasi eine Spätgeburt, "mit Bartwuchs", wie Jan Delay kurz vor der Veröffentlichung bei seinem 1LIVE-Besuch auf den Punkt brachte. Der "Mercedes Dance"-Nachfolger, für den auch "Rave Against The Machine" mal als Titel im Gespräch war, ist nach all der Zeit und der damit verbundenen Reife jetzt auch Jans liebstes Kind: "Zwölf Songs sind drauf, einer ist schon raus, also hab ich noch elf Singles", stellte er bei unseren 1LIVE-Moderatoren Terhoeven und dem Dietz fest.