Der Drummer an sich, ist derjenige in einer Band, der das ganze Konzert hinter seiner Schießbude verbringt, von den weiblichen Fans überhaupt gar nicht gesehen und deswegen ignoriert wird – im Gegensatz zum Lead-Gitarristen. Auf Bela B. trifft das nicht zu, denn er schaute sich schon 1983 vom Stray-Cats-Drummer Slim Jim Phantom ab, dass es cooler ist, im Stehen zu spielen. Damit bleiben die beiden bis heute eine der wenigen Exemplare der Gattung Steh-Schlagzeuger.
Doch ihm war die Rolle des Drummers in der Besten Band der Welt nicht genug: Neben zahlreichen Rollen als Schauspieler – zuletzt immerhin eine Szene in Quentin Tarantinos "Inglorious Basterds" - nahm Bela B. schließlich selber die Gitarre in die Hand, veröffentlichte 2006 mit "Bingo" sein erstes Soloalbum und ging mit seiner Band "Y Los Helmstedt" auf Tour. Drei Jahre und ein Ärzte-Album später erscheint nun "Code B". "Ich habe auf dieser Platte noch viel, viel mehr Gitarre gespielt als auf meiner ersten. Da war ich noch nicht so gut an der Gitarre. Dass ich gut bin, behaupte auch jetzt nur ich", sagt Bela scherzhaft über seine Fähigkeiten an der Gitarre. Auf "Code B" ist er aber wesentlich ernsthafter: "Die unglücklichen Liebeslieder sind erlebt, die positiven Lieder beruhen auch auf Erlebtem".